lunes, 27 de octubre de 2008

Wochenendstimmung


Montag ist mein Tag der Diskussionen. Erst drei Stunden ueber den Putzplan, solche Sachen sind hier naemlich wichtiger als Mathe oder Englisch. Dann noch eine Krisensitzung mit Rafo, der mal wieder eine schlechte Stimmung verspuerte und ausserdem angedeutet hat, dass er Luise und mich trennen will. Freundschaft ja, Komplotte nein. Das wissen wir inzwischen.

Irgendwie kamen wir dann letztendlich auf alle Sachen, die uns hier so stoeren und haben ziemlich ehrlich gesagt, warum wir frustriert sind. Rafo hat eigentlich sehr fair reagiert. Mal wieder liegt es daran, dass wir uns noch nicht an das System gewoehnt haben, das koenne noch die naechsten fuenf Monate dauern. Von Voluntaeren in Deutschland bekomme Rafo immer die besten Anregungen. Gute Aussischten also. Grrr.

Andererseits hat er versucht, uns mehr Arbeit zu geben. Wir haben sogar schon zwei Wochenstunden Englischunterricht erkaempft. Wirklich viel ist allerdings nicht zu machen und Rafo hat vor Wut gezittert und hatte Traenen in den Augen, obwohl wir ihm nur klarmachen wollten, dass die Beschreibung im Internet bei uns einfach andere Erwartungen geweckt hat.


Dafuer war mein Wochenende sehr so wie ein Wochenende sein sollte.
Am Freitagabend sind wir fuenf hungrigen Deutschen bei unserer einzigen ecuatorianischen Freundin Maife eingefallen, die ein Abschiedsschokofondue gemacht hat.
Sie geht tragischerweise zum Studieren nach Saarbruecken..
Das war aber einfach so geil: Erdbeeren, Trauben, Bananen in die Schokomasse zu tunken. Wir sind fast schon ein bisschen entschaedigt fuer den Verlust. Und ihre nette Familie haut zum Glueck noch nicht ab.
Am Samstag sind Luise und ich dann sportlich wie wir so sind auf den Ilalo gestiegen.
Das ist zwar noch nicht ganz der Cotopaxi, der fast Sechstausender in der Naehe, der kommt aber als naechstes dran. Ausserdem war es sehr gut, mal aus der Fernsehstube rauszukommen und zwischen den Schafen im Gruenen haben wir uns ein bisschen wie im Spessart gefuehlt.
Abends haben wir uns dann seit langer Zeit ein Bier gegoennt. Auf der Dachterrasse, wo auch sonst. Da kann man am besten nachdenken und reden oder heimlich rauchen, wenn man will.
Mit meiner Lieblingscousine Kathi waren wir dann gestern im Schwimmbad. Das war extrem nett, weil ihre Mama extra Mittagessen fuer uns mitgenommen hat (pollo, was sonst) und ich Kathi Schwimmen beigebracht habe. Irgendwann kamen noch vier andere Maedels auf uns zu und Kathi konnte gleich ganz stolz ihr Wissen weitergeben.
Jetzt schuettet es mal wieder. Da hat man keine Lust rauszugehen, vor allem nicht auf die Reunion mit Rafo gleich. Mehr reden also.
Zur Entspannung gehen wir spaeter ins Ballett nach Quito. Modern und fuer lau ausserdem.


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