Heute ist Kerstins Geburtstag. Das heisst soviel wie, dass das ueberall auf der Welt gefeiert werden sollte. Und so kommt jetzt ein kurzer gluecklicher Blogeintrag von mir zustande, der kurz beschreiben soll, wie Ecuador solche besonderen Tage, an denen Leute wie die Kerstin 20 werden, wuerdigt:
Zuersteinmal bin ich schon vor dem Wecker aufgewacht. Das ist ein gutes Gefuehl, weil man gleich merkt, dass irgendwas einen auf diesen Tag warten liess. Fast, als waere es mein eigener Geburtstag -
Dann gab es erstmal Empanadas zum Fruehstueck. Fuer alle, die es noch nicht wussten:
Pia Plus Empanadas Gleich LIIHIIEEBEEE.
Und das schreib ich auf jede ecuadorianische Wand. Empanadas retten einen aus jeder Situation. Zum Beispiel, wenn man gerade drei Stunden lang jemandem mit grossen Augen (das ist mein neuster diplomatischer Trick. Ausgefeilt, oder was?) zuhoeren musste. Oder besser gesagt, nicht irgendjemandem. Nein. Man musste drei Stunden lang anhoeren, was Rafo, der dich noch vor kurzem wegen deiner fiesen Charakterschwaechen rausschmeissen wollte, dir ueber seine Sorgen mit der Schule zu sagen hat. Sachen wie, dass ein zwoelfjaehriger die Schule manipuliert und du ihn dabei unterstuetzt, wenn du den Weinenden troestest, weil Rafo auch Luciano uebrigens rausschmeissen wollte. Wenn er dir dann noch sagt, du solltest lieber nicht mehr selbst rational nachdenken und Kinder verteidigen, wenn sie faelschlicherweise beschuldigt werden, die Gruppenkasse gepluendert zu haben, sondern lieber Rafos Meinung uebernehmen und ihn vor den Kindern verteidigen, weil du ihm und seinem scheinbar endlosen Wissen vertrauen solltest - dann, also dann hilft nur noch der Empanadastand.
Faengt ein Tag also gleich mit Empanadas an, dann ist es ein guter Tag.
Beim Fruehstueck schon die Kolibris vor dem Fenster zu sehen und nicht, wie sonst in letzter Zeit, nur Regentropfen, macht die Sache nur besser.
Im Schulbus sollte man an so einem Tag der Luise nur nette Geschichte ueber den gestrigen Abend erzaehlen koennen. Zum Beispiel, dass man gleich zwei potenzielle, neue ecuadorianische Freundinnen gefunden hat(eine davon im Bus. Sag ich doch, die Busse sind toll hier), ein Bekannter vom Auto nebenan aus die neue Telefonnummer rueberrief, damit man heute feiern gehen kann, und man wiedermal kostenlos verrueckte Kurzfilme im Ocho y Medio gesehen hat.
Auf dem Weg vom Bus in die Schule merkt man dann zufrieden, dass man Muskelkater vom gestrigen Fechttraining hat. Dann sind die Empanadas also wohlverdient gewesen.
In der Schule haben wir dann zur Feier des Tages fleissig Obstsalat geschnitten und den in selbstgemachte Crepes gefuellt. Wenigstens beim Abwaschen hat sogar der Prinz geholfen.
Kein Mathe heute. Gesunde Ernaehrung will auch gelernt sein.
Und nach einem friedlichen Mittagessen in der Familie wurde ich prompt bis an die Uni mitgenommen, wo ich jetzt sitze und vergnuegt lese, dass ich vermutlich schon bald ein Nachmittagsprojekt mit blinden Kindern in Qutio anfangen kann. Ich hoere The Go! Team waehrend ich so auf eine nette Verabredung zum Kaffetrinken warte.
Im Sonnenschein versteht sich.
Alles Liebe, meine Alte man 20, und
viele Gruesse und Kuesse aus Ecuador liebe Kerstin

1 comentario:
alde, du trägst ja meinen schal und meinen pulli in türkis. guten geschmack beweist da.
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